„In der Corona-Pandemie sind starre Verordnungen für Kliniken der falsche Weg“

Frankfurt/Main, 02.11.2020 (lifePR) – Die Zahl der Infektionszahlen mit dem Corona-Virus steigt rasant an. Angesicht dieser Entwicklung ruft der Präsident der Landesärztekammer Hessen Dr. med. Edgar Pinkowski das Bundesgesundheitsministerium dazu auf, die Personaluntergrenzen in Krankenhäusern weiter auszusetzen. Damit unterstützt Pinkowski ausdrücklich eine entsprechende Forderung des Hessischen Ministers für Soziales und Integration Kai Klose und des Klinikverbundes Hessen, „Jetzt, wo wir wieder eine deutliche Zunahme von Covid-19-Patienten in den Kliniken beobachten – auch in Hessen droht den Krankenhäusern durch die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie eine Überlastung – ist die Verordnung von Pflegepersonaluntergrenzen, in der die Mindestbesetzung vollständig wieder eingeführt und auf weitere Fachabteilungen ausgeweitet wird, der falsche Weg.“
Die exponentielle Verbreitung des Corona-Virus betreffe alle gesellschaftlichen Bereiche und mache auch nicht vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Krankenhäusern halt, betont Pinkowski. Dies bedeute, dass trotz aller Vorsichts- und Hygienemaßnahmen sowohl ärztliches als auch Pflegepersonal krankheits- oder Quarantäne- bedingt ausfalle. Zugleich rechneten Experten für die kommenden Wochen mit einem weiteren Anstieg von Covid-Patienten auf den Intensivstationen. “ Kliniken müssen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daher flexibel einsetzen können“, erklärt der hessische Ärztekammerpräsident. „Die Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern reichen auch perspektivisch nur dann, wenn genügend Pflegepersonal zur Verfügung steht.“ Starre Vorgaben, wie die Verordnung zu Personaluntergrenzen, die weder die Erkrankungsschwere noch den tatsächlichen Pflegebedarf der Patienten berücksichtige, seien kontraproduktiv. „Die Politik darf die Krankenhäuser, die sich intensiv auf den erneuten Anstieg der Corona-Zahlen vorbereitet haben, jetzt nicht im Regen stehen lassen, sondern muss ihnen Planungsspielraum ermöglichen.“

Unternehmen: Landesärztekammer Hessen