„Kurios: 95% Qualität ist besser als 100%“, so Wirtschaftsprofessor Oliver Pott

Paderborn, 30.09.2020 (PresseBox) – .
Qualität ist die Erfüllung der Erwartungen des Kunden. Wenn Sie das berücksichtigen – und das prüfen Sie schon früh am Relevanzkriterium – dann haben Sie ein marktgängiges Produkt. Das muss man selbstbewusst betrachten anstatt in Perfektion zu scheitern.
Warum es oft besser ist, 95% Perfektion als 100% zu liefern, zeigt folgende Auflistung:
Perfektion schafft Aggression. Bei Ihnen oder bei Ihrem Kunden. Entweder Sie werden Stress empfinden, weil Sie immer mehr an Ihrem eigenen Anspruch verzweifeln oder Ihr Kunde, weil er 600 Seiten Bedienungsanleitung rezipieren muss, um einen Bleistiftanspitzer zu benutzen. Ein erträgliches Maß an menschlichen Fehlern machen sympathisch, es sei denn Sie konstruieren Weltraumraketen, die dann nach 2 Minuten explodieren.
Ihre Kunden wissen nicht, was Sie auslassen. Ihr Kunde will sein Ziel erreichen, nicht unbedingt vollumfänglich informiert werden. Solange Sie mitreißend Ihren Content teilen, ist das im Business „Wissen zu Geld“ ein hoher Wert an sich. Ihre Kunden räumen Ihnen die Legitimation ein, sie zu begleiten, wenn Sie Ihr Produkt kaufen. Gute Wissensanbieter haben oft einen Schwerpunkt in der Einfachheit ihrer Darstellung – simpel, folgerichtig, einleuchtend, aber nicht dumm und kurz gesprungen – sowie in der Art, Menschen zu inspirieren.
Ihre Kunden merken sich Ihre Geschichten, nicht Ihre Inhalte. Nach einem Vortrag erinnert sich Ihr Publikum an Ihre kleinen Geschichten, die ihnen ein gutes Gefühl gegeben haben oder die sie inspirierten. Selten können Sie noch alle 10 Punkte Ihrer großen Strategietabelle nacherzählen, die Sie ins Zentrum Ihrer PowerPoint Präsentation gesetzt haben. Aber die Geschichten dazu sind im Gedächtnis geblieben.
Ihre Kunden kaufen Ziele, nicht Werkzeuge. Die wenigsten Menschen kaufen Bohrmaschinen, weil sie Bohrmaschinen so toll finden. Eigentlich kaufen sie Löcher! Das ist sehr wichtig, wenn man sein eigenes Wissen zu Geld machen will: Verkaufen Sie den Menschen ihre Ziele und nennen Sie die Werkzeuge nur, wo sie notwendig sind. Wenn Sie sich darauf fokussieren, werden Sie auch viel schneller den Content erstellen, den Sie benötigen. Bringt es meinen Kunden an sein Ziel? Dann muss es rein. Gibt es meinem Kunden Inspiration oder Orientierung? Rein! Ist es drin, weil ich die Geschichte liebe, aber eigentlich ist es nicht so wichtig bei der Zielerreichung? Weg damit! Und denken Sie noch einmal an die Relevanz: ist mein Produkt relevant zur Lösung des Problems meines Kunden? Alles, was dem Kunden Zuversicht gibt, sein Problem zu lösen und ihm dabei hilfreich ist: Genau, rein!
Eine Marke aufbauen: 15 Jahre. Eine Marke zerstören: Sekunden.
Germanwings ist ein fatales Beispiel dafür. Germanwings, eine Lufthansa-Tochter, war eine etablierte Marke – bis beim Absturz eines großen Flugzeugs der Fluglinie 2015 über 150 Menschen ums Leben kamen. Danach wollte niemand mehr in eine Germanwings-Maschine steigen, weil Trust, Vertrauen also, schlagartig fehlte. Lufthansa blieb nur der Weg des Re-Brandings in „Eurowings“.
Trust und Brand stehen also in einem engen Verhältnis zueinander und beeinflussen sich gegenseitig. Wenn Sie lange genug Trust aufbauen können, dann ist es oft wesentlich der Faktor Zeit, der eine Markenbildung daraus werden lässt. Wenn Sie Trust verlieren, dann kann das ein empfindlicher Angriff auf den Brand sein.
Und andersherum kann ein Brand auch einen sehr positiven Einfluss auf den Trust haben.

Unternehmen: Pott Holding GmbH