Daimler immer tiefer im Abgasskandal verstrickt

Lahr, 14.10.2019 (lifePR) – Der Autobauer Daimler versinkt immer tiefer im Sumpf des Diesel-Abgasskandals. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ermittelt derzeit beim Transportermodell Mercedes Sprinter wegen einer illegalen Abschaltvorrichtung a la Volkswagen und hat jetzt den europaweiten Rückruf der Fahrzeuge angeordnet. Die Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5, die bis 2016 hergestellt wurden, sollen eine „unzulässige Abschaltvorrichtung“ verwendet haben. Eine Computerfunktion für die Steuerung des Sprintermotors OM651 sorgt dafür, dass der Grenzwert für Sickoxide von 180 Milligramm pro Kilometer nur beim gesetzlichen Prüfzyklus eingehalten wird. Daimler wird nach eigener Erklärung die Rückrufe umsetzen und betroffene Kunden informieren, bleibt aber bei seiner Sichtweise, dass die Abschaltvorrichtung regelkonform ist. Betroffen sind laut Medienberichten 260.000 Transporter in Europa, davon 100.000 in Deutschland.
Es ist nicht das erste Mal, dass Daimler im Abgasskandal auffällig geworden ist. In einem von der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH geführten Verfahren vor dem Landgericht Stuttgart, 23 O 127/18, hatte das Landgericht im Juni die Daimler AG zu Schadensersatz bei einem Mercedes-Benz GLK 250 CDI Euro 5 verurteilt. Das Gericht warf der Daimler AG eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung des Käufers vor. Daimler hatte in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung installiert. Das Gericht hielt das sogenannte Thermofenster für unzulässig und ging davon aus, dass die verfassungsmäßigen Vertreter der Daimler AG Kenntnisse von der Manipulation an den Motoren hatten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verhängte zusätzlich im September ein Bußgeld von 870 Millionen Euro wegen fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht in einer mit der Fahrzeugzertifizierung befassten Abteilung.

Unternehmen: Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH


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