OTEC präzisionsfinish: Vom Start Up zum mittelständischer Technologieführer

Straubenhardt, 18.09.2019 (PresseBox) – Die OTEC Präzisionsfinish GmbH steht von Anfang an für innovative Schleif- und Poliersysteme „Made in Germany“: Geliefert werden keine Prozesse „von der Stange“, sondern individuell auf Kundenanforderungen zugeschnittene Oberflächenlösungen. Revolutionäre & präzise maschinelle Verfahren erzielen Ergebnisse wie sonst nur bei manueller Bearbeitung – in kürzerer Zeit, prozesssicher und mit konstanter Wiederholungsgenauigkeit.
Gegründet wurde das Unternehmen 1996 von Helmut Gegenheimer und Soran Jota im baden-württembergischen Straubenhardt nahe Pforzheim. Seither entwickelte sich der Spezialist für Oberflächenbearbeitung vom Maschinenbau-Start Up für Poliermaschinen der Schmuck- und Uhrenindustrie zum weltweit agierenden Technologieführer für Entgraten, Schleifen, Glätten und Polieren. Internationale Kunden etwa aus der Schmuck- und Uhrenindustrie, Medizintechnik, Pharmabranche, Automobil- und Elektroindustrie, Luft- und Raumfahrt, Werkzeug und additive Fertigung vertrauen auf die inzwischen jahrzehntelange Expertise – und Innovationskraft.
Wir möchten Ihnen heute Einblick in die Entwicklungs-Geschichte der
OTEC Präzisionsfinish GmbH geben und sprechen dazu mit Geschäftsführer:
Dipl.-Ing. (FH) Helmut Gegenheimer:
Herr Gegenheimer, wie kam es zur Gründung von OTEC?
Das ist eine längere Geschichte. Der Grundstein wurde rückblickend in meiner Ausbildung durch negatives Erleben gelegt – ich litt damals unter dem autoritären Führungsstil und den damit verbundenen Bedingungen für die Mitarbeiter. Und das wollte ich selbst unbedingt anders machen – lieber auf Charakter anstatt auf Autorität setzen, um im Leben was zu erreichen.
Und so kam es, dass ich nach der Ausbildung ein Studium anschloss um mein „Rüstzeug“ zu komplettieren. Während der Studienzeit sammelte ich weiteres Praxiswissen, konnte Entwickeln und auch schon zum Teil Konstruieren. Nach dem Studium war ich angestellt. Nach und nach mit immer mehr Aufgaben in Einkauf, Konstruktion und Vertrieb – alles in 1 Person.
Das Unternehmen wuchs, aber ich als Mensch und Mitarbeiter war am Vorankommen nicht beteiligt. Meine Leistung, Begeisterung und Engagement wurden nicht gewertschätzt. Und dann kam für mich der nächste logische Schritt …
Lassen Sie mich raten, die Selbstständigkeit?
Genau richtig! Nachdem ich bereits die ersten Ansätze für SF Maschinen, Gleitschleifsysteme und Pulsfinish erdacht hatte, war das der Grundstock für OTEC. In meinem Bruder Soran Jota habe ich von Beginn an einen Geschäftspartner gefunden, der OTEC seither an meiner Seite vorantreibt. Wir teilen die gleichen Einstellungen und Werte.
Unsere Mitarbeiter und wir sind eine große „OTEC-Familie“! Es gibt bei vielen Entscheidungen tatsächlich einfach Mehrheitsentscheidungen – jede Stimme wiegt gleich viel. Auch meine eigenen Meinungen und Sichtweisen kommen regelmäßig auf den Prüfstand.
Was ist Ihre Vision?
Zunächst war das erste Jahr der Selbstständigkeit der Beweis, dass wir mit Charakter anstatt Autorität als Firmengründer gut fahren. Viele Kunden aus meiner Zeit als Angestellter folgten uns und wurden zu OTEC-Kunden. Uns war vom ersten Tag an immer wichtig, dass das Unternehmen nicht dadurch vorangetrieben wird, dass es andere Unternehmen oder Technologien einkauft oder kopiert. Sondern aus eigener, technischer Innovationskraft – mit den Kundenanforderungen – wächst und zum technischen Vorreiter wird. Ende 1997 hat OTEC den Innovationspreis Baden-Württemberg erhalten. Heutzutage wird unsere Technologie oft nachgeahmt, aber wir sind es, die Branchenstandards setzen. Jeder 5. Mitarbeiter im Unternehmen ist in der Vorentwicklung angestellt, diese Investition in die Zukunft ist wichtig.
Können Sie uns Beispiele für OTEC-Innovationen nennen?
Zu nennen ist zum Beispiel aus 1997 Innovationen der CF Serie, die das schnelle Gleitschleifen von dünnsten Werkstücken dank Nullspalt ermöglicht. Oder die Trockenbearbeitung mit 0,05er Keramikspalt. Dank der Ringtechnik verringern sich die Verschleißkosten und die kombinierte Lagerung aus Keramik und Dichtring realisiert eine hohe Lebensdauer.
2002 folgte der Quantensprung der DF Serie: Wir haben die erste zweimotorige Schleppfinish-Maschine mit schwenkbaren Eigenrotationshaltern entwickelt und hergestellt. OTEC hat als erstes Unternehmen Werkzeug-Schneidkanten in DF Maschinen verrundet!
Die wegweisende Entwicklung ist seit 2013 das Pulsfinish in der SF Serie. Pulsfinish ist das schnellste Gleitschleifverfahren (Prozess-Zeit Ø 60 sec.!) und erzielt dabei die höchste Oberflächengüte (Rpk-Werte < 0,1 μm). Das Verfahren ermöglicht sehr gleichmäßige Bearbeitung auch bei komplexen Werkstücken wie z.B. Zahnrädern, da verfahrensbedingt sehr kleine Schleifkörper hocheffektiv angewendet werden können.
Woher kommt Ihr Antrieb unternehmerischen Handelns?
Ich habe keinen konventionellen Ansatz – mein Antrieb ist die permanente Unzufriedenheit: Was könnte besser sein? Welche Abläufe und Prozesse können optimiert werden? Wie kann schneller entwickelt werden? Wie können wir mehr Relevanz bei Kunden und Interessenten erreichen? Der schnelle Reichtum dabei ist nicht unser Ziel.
Haben Sie von Beginn an die Chance für ein neues Maschinenbau-Unternehmen in einer „totgesagten“ Verfahrenstechnologie geglaubt?
Entgegen der Meinung Mitte der 90er Jahre, die mir von verschiedenen Seiten entgegenschwappte, hat sich das Gleitschleifen am Markt gehalten und wurde nicht durch andere Verfahren wie etwa Bürsten ersetzt. Es gab und gibt vor allem gute Zukunftschancen in dieser Maschinenbausparte. Bei OTEC wird das durch kontinuierliches Wachstum seit der Gründung belegt.
Aber es gehören neben der Innovationskraft noch zwei entscheidende Faktoren dazu: zufriedene Kunden und unternehmerisch denkende Mitarbeiter, die mit Herzblut bei der Sache sind. Beides haben wir, das ist unser Schatz.
Wie sehen Sie OTEC in der Zukunft?
Ich freue mich auch sehr, dass nun in Persona meiner Söhne Nico und Florian Gegenheimer die nächste Generation den OTEC-„Geist“ pflegt und wichtige Themen wie Industrie 4.0 und Digitalisierung vorantreibt.
Aktuell trifft großer Wandel den Kern unserer Wirtschaft, die Automobilindustrie. Zukunftstechnologien haben enormen Einfluss auf uns Alle und sind wegweisend – bringen aber auch die Chance auf Weiterentwicklung und frische Perspektiven.
Darum dreht sich bei uns alles um das Thema: Welchen Beitrag können wir durch Innovationskraft leisten? Wie können fortschrittliche OTEC-Technologien dazu dienen, die End-Produkte unserer Kunden zukunftsgerechter und wirtschaftlicher zu gestalten? Das wird OTEC auch in Zukunft leiten.
Vielen Dank für das offene Gespräch, Herr Gegenheimer.

Unternehmen: OTEC Präzisionsfinish GmbH


Den Originalartikel finden Sie auf www.pressebox.de