Rationale Energiepolitik

Köln, 06.09.2019 (PresseBox) – Aufgrund der Nichteinhaltung der Klimaziele und des Schadstoffausstoßes in Städten laufen Gerichtsverfahren vor dem europäischen Gerichtshof und vor Gerichten. Schüler gehen wöchentlich auf die Straße um gegen die Umweltpolitik ihren Unmut zu äußern. Der Schaden, der inzwischen längst die Billionengrenze überschritten hat, belastet die Bürger für die nächsten 15 Jahre noch mit ca. 40 Mrd. € jährlich durch die EEG-Umlage und erhöhte Netzgebühren, knapp 7 Mio. Haushalte können die Stromrechnung nicht bezahlen.
Die Energiewende und die Förderung der Alternativenergien hat die Energieversorger in bedenkliche Existenzprobleme gebracht. Auch die Verbraucher leiden unter diesen Fehlentscheidungen: nach Angaben der Bundesnetzagentur haben knapp 7 Mio. Haushalte im Jahre eine Androhung zur Stromabschaltung erhalten, weil sie nicht in der Lage waren ihre Stromrechnung zu bezahlen.
Erste realistische Berechnungen (ohne die gravierenden Schäden und Wertverluste der Energieerzeuger) gehen von einer bisher ermittelten Gesamtbelastung inklusive der Rechtsansprüche für die zukünftige Einspeisevergütung von einer halben Milliarde € durch die Stromwende aus. Nach unseren Schätzungen werden wir in den nächsten zwanzig Jahren mit einer Milliarde rechnen müssen.
Gleichzeitig ist das Risiko für einen Zusammenbruch der Stromversorgung massiv gestiegen. So meldete das Handelsblatt am 2. Juli, dass „in den vergangenen Wochen in Deutschland offenbar nur mit Mühe großflächige Stromausfälle“ vermieden werden konnten und „Die Situation war kritisch“, hieß es aus Kreisen eines Netzbetreibers. In der Spitze fehlten sechs Gigawatt an Leistung.
Aufgrund der Nichteinhaltung der Klimaziele und des Schadstoffausstoßes in Städten laufen Gerichtsverfahren vor dem europäischen Gerichtshof und vor Gerichten. „Friday for Future“ bringt die Missstände auf die Straße.
Aufgrund der bisherigen Energiepolitik und dem Milliardenschaden, der damit verursacht wurde sind die Spielräume für die Energiepolitik sehr gering. Die Bereitschaft der Bürger für weitere Fehlinvestitionen aufzukommen ist inzwischen sehr gering.
Welche Maßnahmen können kurzfristig ergriffen werden?
Der ADAC meldete in einer aktuellen Studie, dass Autos mit Erdgasantrieb derzeit am wenigsten klimaschädlich sind. Dabei wurden Benzin-, Diesel- und Elektroautos in der Golf-Klasse, die mit dem aktuell gültigen Strommix fahren, miteinander verglichen. Dabei fällt bei E-Autos der Anteil von Braun- und Steinkohle im deutschen Strommix, sowie die Produktion der Batterien ins Gewicht. Dabei wurden alle Treibhausgasemissionen von der Herstellung bis zum Recycling der Fahrzeuge berücksichtigt. Auch die die Emissionen für die Produktion, Bereitstellung und den Verbrauch des Antriebsstoffes flossen ein.
Wir haben bereits vor vier Jahren – als rissige Erdgasvorräte entdeckt wurden – vorgeschlagen, dass in Großtstädten alle Vielfahrer, wie Taxen, Firmen- und städtische Fahrzeuge gezwungen werden sollten bei Neuanschaffungen auf Erdgasfahrzeuge zu setzen. Ausreichend Tankstellen sind vorhanden. Damit hätten die ganzen Schadstoffbelastungen in der Städten erheblich reduziert werden können. Dies sollte kurzfristig nachgeholt werden und die Städte die komplett veralteten Ampelanlagen zum Teil aus den fünfziger Jahren ersetzen.
In Deutschland ist der Anteil der Fernwärme zur Heizung der Wohnung bei ca. 14 %, in Dänemark bei knapp 80 %. In den Großstädten ist ein ausreichend großes Fernwärmenetz vorhanden. Wir haben vor 7 Jahren untersucht, welche Möglichkeiten bestehen, die Abwärmen von Unternehmen, vor allem die Prozesswärme in das öffentliche Fernwärmenetz einzuspeisen. Der Anteil der Fernwärme in den Städten könnte problemlos um ein Vielfaches erhöht werden. Der einzige Grund liegt bei den Energieversorgern, die dadurch ihre Gaskunden durch Kannibalisierung verlieren würden. Gespräche mit Verantwortlichen in der Fernwärmeversorgung haben dies immer wieder bestätigt. Vielleicht wäre es sinnvoll, statt einer Abwrackprämie für Ölbrenner eine für unfähige Politiker auszuloben und sie in den Ruhestand zu schicken.

Unternehmen: INeKO – Benchmarking Center Europe


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