Meyer Burger im H1 2019 durch schwache Nachfrage im Photovoltaiksektor belastet

Gwatt (Thun), 15.08.2019 (PresseBox) – .
•  Fokussierung auf Heterojunction- (HJT) und SmartWire-Zellverbindungstechnologien
•  Verkauf Wafering Geschäft
•  Strategische Partnerschaft mit Oxford PV zur Entwicklung neuer Technologien
•  Strategische Partnerschaft mit REC
•  Auftragseingang auf vergleichbarer Basis -0.6%
•  Nettoumsatz auf vergleichbarer Basis -36.8%
•  EBITDA CHF -13.2 Millionen
•  EBIT -21.1 Millionen
•  Konzernergebnis CHF +1.8 Millionen
Meyer Burger Technology AG (SIX Swiss Exchange: MBTN) meldet für das erste Halbjahr 2019 eine Geschäftstätigkeit unter den Erwartungen. Der Photovoltaiksektor war im ersten Halbjahr 2019 durch eine schwache Nachfrage im grössten Markt China gekennzeichnet. Weltweite Produktionsüberkapazitäten bei multikristallinen Wafern, Zellen und Modulen standen Lieferengpässe bei Monoprodukten mit hohen Wirkungsgraden gegenüber. Aufgrund stark sinkender Preise für PERC-Equipment legten Investitionen im Standard-PV-Geschäft zwar zu, doch wurden grössere Investitionsentscheide von Zell-/Modulherstellern in neue Technologien oftmals aufgeschoben.
Das im Oktober 2018 gestartete Transformationsprogramm ist auf Kurs, die wichtigsten Ziele zu erreichen, und wird laufend an die Marktdynamik angepasst. Dank des Verkaufs von Randgeschäften und substantiellen Kostensenkungen in den fortgeführten Geschäften sinkt der Break-even Level kontinuierlich. Dazu sagte Hans Brändle, CEO von Meyer Burger: »Vor dem Hintergrund des Markteinbruchs haben wir uns auf die Umsetzung unserer strategischen Prioritäten konzentriert: der Weiterentwicklung unserer führenden Heterojunction- (HJT) und SmartWire-Zellverbindungstechnologien. Die erste HJT-Fertigungslinie wird in Kürze die Serienproduktion aufnehmen. Wir gehen davon aus, dass sich in der Folge das grosse Marktinteresse an unseren Technologien in konkreten Aufträgen niederschlagen wird. Die unattraktiven Margen im Standard-PV-Geschäft haben uns veranlasst, die ursprünglich geplante Verlagerung von Teilen unserer Produktion nach China zu revidieren und unseren Sales-Fokus entsprechend anzupassen. Wir beabsichtigen, die künftigen PV-Geschäftsaktivitäten hauptsächlich an unserem grössten Standort, in Hohenstein-Ernstthal (Deutschland), zu konzentrieren.»
In einem schwierigen Marktumfeld, das vom Handelsdisput zwischen den USA und China sowie der unklaren Solar-Förderpolitik der chinesischen Regierung dominiert wurde, erzielte Meyer Burger einen Auftragseingang von CHF 94.0 Millionen (H1 2018 CHF 137.9 Millionen). Bereinigt um den Verkauf des Wafering-Geschäfts blieb der Bestellungseingang stabil (-0.6%). Der Auftragsbestand belief sich per 30. Juni 2019 auf CHF 166 Millionen (31.12.2018 CHF 241 Millionen). Die Book-to-Bill Ratio (Verhältnis Auftragseingang zu Nettoumsatz) lag im ersten Halbjahr 2019 bei 0.77 (H1 2018 Verhältnis von 0.59).
Der Nettoumsatz sank im Vergleich zur Vorjahresperiode auf CHF 122.6 Millionen (H1 2018 CHF 232.3 Millionen, bereinigt um Verkauf Wafering-Geschäft CHF 193.4 Millionen). Negative Währungseinflüsse machten rund CHF -3.5 Millionen beziehungsweise -2.8% aus. Bereinigt um Währungseffekte und um den Verkauf des Wafering Geschäfts lag der organische Umsatzrückgang der weitergeführten Geschäfte bei 36.8%. Der Umsatzmix nach Regionen hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert, wobei Asien nach wie vor die wichtigste Absatzregion für Meyer Burger bleibt: Asien verzeichnete 73% (H1 2018 68%), Europa 21% (H1 2018 28%) und Americas rund 6% (H1 2018 3%) des Nettoumsatzes im ersten Halbjahr 2019.
Die Betriebsleistung nach Materialaufwand und Vorleistungen belief sich auf CHF 63.1 Millionen (H1 2018 CHF 120.1 Millionen), mit einer Marge von 51.5% im ersten Halbjahr 2019 (H1 2018 51.7%).
Die Personalkosten sanken um CHF 6.9 Millionen bzw. 10.7% gegenüber der Vorjahresperiode auf CHF 57.4 Millionen (H1 2018 CHF 64.2 Millionen). Einerseits gelang es, die Organisation nochmals flexibler zu gestalten, andererseits sanken die Personalkosten aufgrund des Verkaufs des Wafering-Geschäfts per Ende April 2019. Der sonstige Betriebsaufwand lag bei CHF 18.9 Millionen (-28.9% im Vergleich zu H1 2018).
Aufgrund des Umsatzrückgangs lag das EBITDA unter dem Vergleichswert der Vorjahresperiode. Der Wert erreichte im ersten Halbjahr 2019 CHF -13.2 Millionen (H1 2018 CHF +29.2 Millionen). Das Ergebnis auf Stufe EBIT lag bei CHF -21.1 Millionen (H1 2018 CHF +14.9 Millionen)
Das Finanzergebnis netto betrug im ersten Halbjahr 2019 CHF -4.5 Millionen (H1 2018 CHF -4.0 Millionen).
Das ausserordentliche Ergebnis im ersten Halbjahr 2019 belief sich auf CHF +27.7 Millionen (H1 2018 CHF +0.8 Millionen). Die Zunahme ist hauptsächlich bedingt durch den Verkauf des Wafering-Geschäfts an Precision Surfacing Solutions (PSS). Für das erste Halbjahr 2019 fiel ein Steueraufwand von CHF 0.3 Millionen an (H1 2018 Steueraufwand von CHF 3.4 Millionen).
Meyer Burger hat im ersten Halbjahr 2019 ein Konzernergebnis von CHF +1.8 Millionen erwirtschaftet (H1 2018 CHF +8.3 Millionen).
Bilanz per 30. Juni 2019
Die Bilanzsumme lag bei CHF 350.3 Millionen (31.12.2018 CHF 349.2 Millionen). Die flüssigen Mittel beliefen sich auf CHF 31.7 Millionen, Warenvorräte auf CHF 66.2 Millionen, Sachanlagen auf CHF 76.4 Millionen, immaterielle Anlagen auf CHF 8.9 Millionen und latente Ertragssteuerguthaben auf CHF 20.7 Millionen.
Das Fremdkapital von insgesamt CHF 130.3 Millionen umfasst insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von CHF 27.3 Millionen, Kundenanzahlungen von CHF 14.7 Millionen, Rückstellungen von CHF 7.1 Millionen und Finanzverbindlichkeiten von CHF 39.4 Millionen. Das Eigenkapital betrug CHF 220.0 Millionen (31.12.2018 CHF 181.7 Millionen). Die Eigenkapitalquote per 30. Juni 2019 lag bei 62.8% (31.12.2018 52.0%).
Cashflow
Im ersten Halbjahr 2019 entstand ein negativer operativer Cashflow von CHF -57.6 Millionen (H1 2018 CHF -16.4 Millionen). Der negative operative Cashflow ist hauptsächlich auf den Anstieg des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Als Resultat aus dem Verkauf des Waferinggeschäfts und der Hinterlegung einer Barsicherheit von CHF 30 Millionen zur Absicherung der Garantielinie, stieg der Cashflow aus Investitionstätigkeit auf CHF +17.7 Millionen (H1 2018 CHF -1.9 Millionen).Damit erreichte der Free Cashflow CHF -39.9 Millionen (H1 2018 CHF -18.3 Millionen). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei CHF -18.1 Millionen (H1 2018 CHF -4.2 Millionen) und umfasste die Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten.
Ausblick
Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussionen haben sich die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten für die Solarindustrie weiter verbessert. Solarstrom ist bereits heute die kostengünstigste Technologie in vielen Regionen, bietet eine einzigartige Anwendungsvielfalt und das stärkste Kostensenkungspotenzial unter den relevanten Stromproduktionstechnologien. Nach einer Wachstumspause in den letzten zwölf Monaten wegen der Umstrukturierung der chinesischen Solarmarktförderung ist nun wieder mit einem deutlichen globalen Ausbau der installierten Solarstromleistung im zweistelligen Prozentbereich zu rechnen. Dabei geht Meyer Burger davon aus, dass künftig mehr als die Hälfte der Solarstromkapazitäten ausserhalb Chinas installiert werden. Das prognostizierte starke Wachstum in neuen und etablierten westlichen Märkten in den nächsten Jahren wird zudem zu neuen lokalen Produktionskapazitäten für PV Technologie führen.
Zum Ausblick sagt Hans Brändle: »Meyer Burger wird weiterhin substanziell in Forschung und Entwicklung investieren, um im Premiumsegment Marktführer zu bleiben. Mit dem Fokus auf die Entwicklung von industriellen, hocheffizienten HJT-Produktionslösungen hat Meyer Burger Zellen mit einem Rekordwirkungsgrad von über 24.7% auf kommerziellen HJT-Anlagen erreicht, an HJT-Zellen mit noch höheren Wirkungsgraden wird bereits gearbeitet. Die Zusammenarbeit mit REC hat zu einem Quantensprung bei der Produktion von HJT/Smart Wire Solarmodulen geführt.  Die strategische Partnerschaft mit Oxford PV ermöglicht die Weiterentwicklung und Sicherung der Technologieführerschaft über HJT hinaus.»
Halbjahresergebnisse 2019 und Halbjahresbericht 2019
In Übereinstimmung mit den Richtlinien von Swiss GAAP FER 31 (Ergänzende Fachempfehlungen für kotierte Unternehmen) stellt Meyer Burger den Halbjahresbericht 2019 zur Verfügung. Er kann in Deutscher und Englischer Sprache unter www.meyerburger.com > Investors > Berichte & Präsentationen aufgerufen werden.
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Unternehmen: Meyer Burger Technology AG


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