Gastronomen erwarten ein gutes Sommergeschäft

Magdeburg/Halle (Saale), 15.07.2019 (PresseBox) – Sachsen-Anhalts Gastronomen blicken zuversichtlich auf die anstehende Sommersaison. Wachstumsimpulse erhoffen sie sich in erster Linie von einem schönen Sommerwetter und den damit verbundenen guten Geschäften in der Außengastronomie. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Erwartungen verbessert und sorgen insgesamt für einen Aufschwung im Geschäftsklima. Dagegen sind die Beherbergungsunternehmen weniger optimistisch. Hier liegen die Erwartungen unter den Vorjahreswerten. Größte Herausforderung der Unternehmen bleibt die Suche nach neuen Mitarbeitern. Bei den Reisebüros und Reiseveranstaltern entwickelten sich Buchungslage und Umsätze nicht wie erhofft. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Saisonumfrage der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) unter 700 Gastronomen, Hoteliers, Reisebüros und -veranstaltern im Land.
Der Geschäftsklimaindex der touristischen Unternehmen Sachsen-Anhalts setzt sich aus der Bewertung der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen an die künftige Geschäftsentwicklung zusammen. Dabei ergibt sich für die verschiedenen Branchen ein unterschiedliches Bild: Während in der Gastronomie die verbesserte Erwartungshaltung zu einem leichten Anstieg des Indexes auf 140 Punkte (im Vorjahr waren es 138 Punkte) führt, können die Spitzenwerte des Vorjahres im Beherbergungsgewerbe (aktuell 142, im Vorjahr 151) und bei den Reisebüros und Reiseveranstaltern (aktuell 137, im Vorjahr 156) nicht mehr erreicht werden. Die Lagebewertungen im Winter 2018/2019 sind über alle befragten Branchen hinweg rückläufig.
„Die Stimmung in Gastronomie und Beherbergung bleibt grundsätzlich positiv, aber deutlich unter den Vorjahreswerten. Die befragten Unternehmen kämpfen gegen den Fachkräftemangel, sinkende Umsätze und mangelnde Wertschöpfung. Gestiegene Personalkosten, bürokratischer Aufwand und hohe Energie- und Lebensmittelpreise drücken die Erträge im Gastgewerbe“, erklärt André Rummel, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, für die LAG.
Bei den Reisebüros und -veranstaltern indes hat sich der Wachstumstrend der vergangenen beiden Jahre umgekehrt. Antje Bauer, Geschäftsführerin Starthilfe und Unternehmensförderung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, führt aus: „Nach dem Stimmungshoch im Vorjahr haben wir aktuell einen signifikanten Rückgang in der Touristik zu vermelden, der Stimmungsindikator fällt deutlich um 19 Punkte auf aktuell 137.“ Die Buchungen im stationären Vertrieb sind – verglichen mit den Rekordzahlen aus dem Vorjahr – zurückgegangen. Mit den Steigerungsraten der Vergangenheit kann die Branche laut Umfrage im Moment nicht mithalten. „Für den Sommer setzt die Branche nun auf ein starkes Geschäft mit kurzfristigen Kundenaufträgen“, so Bauer. Das beeinflusst auch die Zukunftsaussichten. Aktuell sind demnach nur noch 18 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich ihre Geschäftslage in den Sommermonaten günstiger entwickeln wird.
Die IHK-Saisonumfrage belegt auch: In der Touristik werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zunehmend zum Problem. Die Auswirkungen und Unsicher­heiten mit Blick auf den Brexit, die EU-Pauschalreiserichtlinie, der steigende Bürokratie- und Verwaltungsaufwand sowie die verschärften Datenschutz­anforderungen werden als problematisch für die eigene wirtschaftliche Entwicklung eingestuft.
Hintergrund:
Die Landesarbeitsgemeinschaft der beiden Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) besteht seit 1997 und vertritt die Interessen von rund 110.000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Die Landes­arbeitsgemeinschaft führt Umfragen unter ihren Mitgliedsunternehmen durch, erarbeitet fachliche Stellungnahmen und vertritt das Gesamtinteresse der Unternehmen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Die ausführlichen Ergebnisse dieser LAG-Umfrage stehen auf den Internetseiten der IHKn unter www.halle.ihk.de und www.magdeburg.ihk.de zum Download bereit.

Unternehmen: Industrie- und Handelskammer Magdeburg


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