Lebensdauer von Datenträgern

Bonn, 26.06.2019 (PresseBox) – Die unterschiedlichsten Datenträger besitzen Alleinstellungsmekmale, die sie für den ein oder anderen Einsatz mehr oder weniger sinnvoll machen. Eine hundertprozentige Sicherheit ist bei keinem Datenträger gegeben, daher empfiehlt es sich zwingend von wirklich wichtigen Daten immer eine Sicherheitskopie, ein sogenanntes Backup zu erstellen. Mit welcher Haltbarkeit man rechnen kann, hängt nicht zuletzt von der Qualität des Datenträgers, aber auch von dessen Handhabung ab.
Filme aus Zelluloid / Microfiche: Können unter optimalen Bedingungen 100 Jahre und länger halten. Vor der Digitalisierung wurden diese vornehmlich in Bibliotheken und Staatsarchiven eingesetzt, die die Mikrofilme dann zusätzlich noch in alten Bergwerkstollen einlagerten.
Optische Speichermedien: Bei CD-Rs hängt die Haltbarkeit extrem von der verwendeten Reflektionsschicht ab, die im besten Fall aus korrisionsbeständigem Gold besteht. Diesen extra für die Archivierung hergestellten Gold- oder Silber-Medien werden von den Herstellern wie Falcon oder früher auch Sony DADC, eine Haltbarkeit von bis zu 200 Jahren attestiert.
Gleiches gilt für die DVD-R, die allerdings aufgrund des unterschiedlichen Herstellungsprozesses „nur“ auf eine Haltbarkeit von ca. 35 Jahren kommt.
Bei BD-Rs (Blu-ray) steigen die Angaben wieder auf die 200 Jahre, wie bei der CD-R, wobei die Werte hier natürlich auch wieder von den verwendeten Medien abhängt, denn nur ausgewiesene Archivmedien erreichen diese Werte, wie Berechnungen künstlicher Alterung in Klimakammern zeigen.
Wichtig bei allen optischen Medien, wie aber auch bei allen anderen Datenträgern, ist die Aufbewahrung bei unter 25 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit. Größter Vorteil der optischen Datenträger ist vor allem ihre Kompatibilität, denn alle CD-Datenträger der ersten Stunde können noch in jedem handelsüblichen Blu-ray Laufwerk gelesen und beschrieben werden.
Festplatten: Bei Platten in Rechnern oder Storage-Systemen, wie zum Beispiel  Raids oder NAS-Systemen gilt, dass die Lebensdauer bei etwa fünf Jahren liegt. Hier sollte darauf geachtet werden, welcher Plattentyp zu welchem Einsatz genutzt wird, denn eine einfache Desktop-Festplatte, wird im Dauereinsatz die 5 Jahre eher selten erreichen.
Magnetbänder: Die Lebensdauer von Bändern beträgt bei entsprechender Lagerung und Pflege mindestens 30 Jahre. Hierfür müssen die Bänder regelmäßig gespult werden, damit der Magnetismus erhalten bleibt und dürfen dabei nicht all zu oft gelesen werden, damit die Informationsschicht nicht vom Trägerband abgerieben wird. Schwieriger wird es dann allerdings noch eine Leselaufwerk zu finden, denn in der Regel ist die Kompatibilität der Bänder nur auf 1-2 Generationen begrenzt, so dass ein 10 Jahre altes LTO-Tape in einem aktuellen Laufwerk kaum mehr lesbar ist.
Flash-Speicher: Unter diese Gruppe fallen die unterschiedlichsten Datenträger, wie USB-Sticks, SD-Karten oder Solid State Drives (SSD). Für alle gilt, dass mit der Menge der Schreib-/Lesezyklen die Zahl der zur Verfügung stehenden Speicherzellen mit der Zeit abnimmt. Namhafte Hersteller wie Intel, Sandisk und Samsung geben für eine SSD eine Haltbarkeitsdauer von mindestens fünf Jahren an, bei preisgünstigeren Noname Modellen mit Multi Level Cells sollte man nur von circa drei Jahren ausgehen. Anders als bei Festplatten, wo Profis durchaus noch Daten retten können, sind die Daten aus Flash-Speichern der Regel schwerer zu retten. Dies liegt unter anderem an der nicht genormten Schreib- und Leseverfahren der eingesetzten Controller, die den Zugriff auf die Speicherzellen bestimmen. Hier braut nahezu jeder Hersteller sein eigenes Süppchen. Gerade bei USB-Sticks und SD-Karten sollten daher dringend regelmäßige Kopien erstellt werden.
Holografische Speicher: Sind bislang zu keiner Marktreife weiterentwickelt worden. Produkte mit 500 GByte und 1 TByte Speicherkapazität wurden zwar von diversen Firmen wie Inphase, NTT, Tesa Scribos oder General Electric angekündigt, können jedoch noch immer nicht als Serienprodukt erworben werden. Somit kann hier auch schwerlich eine auch nur geschätzte Lebensdauer angegeben werden.
Zusammenfassend hat jede Speichertechnologie ihre Vorzüge und einen festen Platz in der Speicherpyramide. Während Flash und Festplatten für den operativen Einsatz unverzichtbar ist, so kann nur Tape als Backupmedium eine schnelle Wiederherstellung der Daten im Schadensfall garantieren. Daten, die wie in der Langzeitarchivierung 10 Jahre und länger aufbewahrt werden müssen, jedoch seltener im Zugriff sind, sind auf optischen Datenträgern am besten aufgehoben, wo sie lange Zeit wartungsfrei gespeichert werden können und keinen Strom verbrauchen. Wer hingegen die aufzubewahrenden Informationen gar nicht im Zugriff benötigt und diese auch nicht digital zugänglich machen muss oder will, ist vielleicht nach wie vor auch immer noch gut mit Mircofilm bedient.

Unternehmen: INCOM Storage GmbH


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