Brandschutz bei Denkmalschutz

Wissen, 13.06.2019 (PresseBox) – Seit einigen Jahren ist ein Wandel im Bauwesen zu erkennen. Durch fehlende Bauflächen, Umbau und Nutzungsänderungen nehmen Bestandsgebäude einen immer größeren Anteil bei der Brandschutzplanung ein. Dabei den Überblick zu behalten, welche Anforderungen, Richtlinien und Gesetze, insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden, zu beachten sind, ist eine große Herausforderung.
Die Praxis zeigt, dass der vorbeugende Brandschutz umfassende Kenntnisse in Architektur, gesetzlichen Regelungen, Normen, Verordnungen und Richtlinien erfordert. Darüber hinaus ist umfangreicher Ingenieurverstand in Bezug auf die Auswahl geeigneter Baustoffe, Bauteile und technischer Systeme Voraussetzung. Wissen über Brandentwicklung und –verlauf sowie Abbrand- und thermisches Verhalten der Bauteile in bestehenden Gebäuden ist eine Grundvoraussetzung. Bei Bestandsgebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, wird der Anspruch noch einmal größer.
 
Das öffentliche Interesse an der Erhaltung von Kulturdenkmalen ist Ausdruck des kulturellen und historischen Selbstverständnisses unserer Gesellschaft. Baudenkmale sind historische Gebäude, die einen nicht reproduzierbaren kulturellen Zeugniswert besitzen und an deren Erhaltung aus diesem Grunde ein öffentliches Interesse besteht. Sie dokumentieren menschliche Leistungen, Gedankenwelten, Wertesysteme und Haltungen. In ihrer regionalen Vielfalt und Eigenart machen sie unsere gebaute Umwelt unverwechselbar. 
Damit Kulturdenkmale als solche erkannt, erhalten und gepflegt werden können, bedarf es zunächst ihrer Identifikation und wissenschaftlichen Bewertung durch die Denkmalerfassung (Inventarisation).
Zur Erhaltung und Nutzung eines Kulturdenkmals können Maßnahmen des baulichen Brandschutzes sinnvoll sein. Der vorhandene geschützte historische Bestand eines Baudenkmals ist dabei in seiner Substanz und seinem Erscheinungsbild möglichst unverändert und ohne Beeinträchtigungen zu erhalten. Hinzufügungen sollen ablesbar und rückführbar sein, um das Denkmal als historisches und künstlerisches Dokument in seiner Gestalt und seinem Zeugniswert möglichst unversehrt zu bewahren. Die sinnvolle und denkmalverträgliche brandschutztechnische Ertüchtigung eines Baudenkmals kann eine wesentliche Voraussetzung für dessen Erhaltung sein. Eine individuelle, auf den konkreten Denkmalbestand abgestimmte und denkmalgerechte Brandschutzplanung kann auch temporäre Maßnahmen umfassen.
Mehrere Bauingenieure und Bauingenieurinnen bearbeiten bei BRENDEBACH INGENIEURE als Sachverständige und Fachplaner/-innen sowie Prüfingenieure speziell den Bereich Brandschutz um höchste Qualität der Brandschutzplanung und Einhaltung von Brandschutzvorschriften zu gewährleisten. Die große Erfahrung bei der Sanierung von Gebäuden einerseits und andererseits bei der Realisierung des baulichen, technischen und betrieblichen Brandschutzes geben dem Ingenieurbüro die Kompetenz, den Kunden bestmöglich in Brandschutzfragen zu beraten und kostengünstige Lösungen bei hoher Planungssicherheit zu finden.
Aktuelle Projekte bei BRENDEBACH INGENIEURE aus dem Zusammenspiel Brandschutz und Denkmalschutz sind das Evangelische Vereinshaus Hammerhütte in Siegen, das Alte Brauhaus sowie die Kindertagesstätte im Kirchweg in Siegen.
Bei der Hammerhütte handelt es sich um einen Mauerwerksbau aus der Nachkriegszeit, der sich über Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachgeschoss erstreckt und im Jahr 1992 umgebaut wurde. Im Erd- und Obergeschoss sind Gemeinderäume und –säle untergebracht, im Dachgeschoss gegenüber der Empore des Gemeindesaales befindet sich noch eine abgetrennte Hausmeisterwohnung. Im Jahr 2016 entschied die Universität Siegen im Rahmen ihres Strukturentscheids „Die Uni kommt in die Stadt“ das Gemeindehaus als Seminar- und Vorlesungsgebäude mit zu nutzen. Fortan waren in dem Denkmal geschützten Gebäudebestand die baurechtlichen Anforderungen einer Versammlungsstätte umzusetzen, ohne dabei die weiterhin stattfindenden gemeindlichen Veranstaltungen negativ zu beeinflussen. BRENDEBACH INGENIEURE hat das Vorhaben mit der Leistungsphase (LP) 1 – 4 zum Brandschutz und der Fachbauleitung Brandschutz (LP 8) zur erfolgreichen Umsetzung geführt.  
Die integrierte Kindertagesstätte im Kirchweg 12 in Siegen ist eine unterkellerte, dreigeschossige alte Villa, die unter Denkmalschutz steht. Ferner existiert ein erdgeschossiger Anbau neueren Datums. Dieses Projekt hat BRENDEBACH INGENIEURE mit den Leistungsphasen 1 – 5 und 8 im Brandschutz unterstützt und zusätzlich Leistungen zum organisatorischen Brandschutz (Feuerwehrpläne) beigestellt. Als weitere zusätzliche Leistung wurde wegen der Gefährdungssituation in der Kindertagesstätte in einer nahegelegenen Schule ein bauzeitlicher Interim auf Basis der Brandschutzplanung von BRENDEBACH INGENIEURE hergerichtet. Dazu wurden diesseits die brandschutztechnische Stellungnahme nebst Ergänzung sowie sieben Brandschutzpläne beigestellt.
Die beiden beschriebenen Bauvorhaben sind abgeschlossen.
Ein noch laufendes Projekt ist das Alte Brauhaus in Weidenau. Der Bauherr vermietet als Eigentürmer das ehemalige Brauhaus der Weidenauer Brauerei GmbH am Wildgehege in 57076 Siegen an das Department Kunst, Lehrbereich Kunstpraxis der Universität Siegen.
Im Rahmen einer Brandschau kam es aufgrund festgestellter Mängel zu einer Teilnutzungsuntersagung. In Folge dessen wurde BRENDEBACH INGENIEURE für die Aufnahme und Bewertung der dies begründenden brandschutztechnischen Struktur des  denkmalgeschützten „Alten Brauhauses“ beauftragt. Als Vorab-/Sofortmaßnahme wurde eine brandschutztechnische Interimslösung mit Darstellung erforderlicher Sofortmaßnahmen zur Aufhebung der Nutzungsuntersagung umgesetzt. Sodann wurden die Leistungsphasen 1 – 4 zur Erarbeitung eines grundlegenden brandschutztechnischen Sanierungskonzeptes abgerufen. Hierzu gehörten auch die Bestandsvermessung sowie weitergehende Untersuchungen zum statisch konstruktiven Brandschutz als besondere Leistungen. Die unterstützende Ausführungsplanung und Fachbauleitung Brandschutz werden für die Umsetzung ebenfalls durch die Bauherrschaft beauftragt.
Grundlage einer denkmalgerechten Brandschutzmaßnahme ist eine fachkundige Planung. Baumaßnahmen an einem Denkmal sind ganzheitlich und grundsätzlich vor allem auf den konkreten Einzelfall bezogen zu entwickeln. Dies wird durch die rechtzeitige Beteiligung der beratenden Denkmalbehörden sowie die Einbindung von in der Denkmalpflege erfahrenen Architekten, Fachplanern sowie insbesondere Handwerkern gewährleistet.
Die konzeptionellen und planerischen Möglichkeiten sind in erster Linie durch den erhaltenswerten und denkmalkonstituierenden Bestand vorgegeben. Gebäudestruktur, Konstruktionen, Ausstattung und historische Nutzungen gilt es ebenso zu beachten wie die brandschutztechnischen Anforderungen, die durch beabsichtigte Nutzungsänderungen eintreten können. Um denkmalgerechte Lösungen für Brandschutzmaßnahmen zu finden, bedarf es eines schlüssigen Gesamtkonzeptes, das sowohl die komplexen Anforderungen des überlieferten historischen Bestands als auch die zukünftige Nutzung sowie weitere betroffene Aspekte mit einbezieht.

Unternehmen: BRENDEBACH INGENIEURE GmbH


Den Originalartikel finden Sie auf www.pressebox.de

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