Energieversorger 2019

Köln, 20.05.2019 (PresseBox) – Das Center für kommunale Energiewirtschaft stellt die aktualisierte Studie zur Wirtschaftlichkeit von Energieversorgern vor. Die Ergebnisse der Analyse zeigen eine durchwachsene Umsatz- und Ergebnisentwicklung der vier großen Energieversorger.
Vorläufige Berechnungen der AGEB zeigen im Vergleich zum Vorjahr einen unveränderten Energieverbrauch in Deutschland in 2018, während die Energieerzeugung leicht rückläufig war.
8 KU
Bei den 8 KU (große kommunale Unternehmen) haben für 2018 nur MVV, die ein abweichendes Wirtschaftsjahr zum 30.09. hat, sowie die Stadtwerke München und die Mainova ihre Jahresabschlüsse veröffentlicht. Obwohl der Umsatz bei MVV in 2018 um 3 % gesunken ist, konnte das bereinigte Ergebnis (EBIT) um 2 % gesteigert werden. Seit 1.10. 2018 bis 31.03.2019 hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Umsatz um 10 % und der Adjusted EBIT um mehr als ein Viertel (-28 %) verringert.
Bei den Stadtwerken München konnte der Umsatz von 7,2 Mrd. € auf 8,3 Mrd. € gesteigert werden. Der EBIT ist allerdings um 92 Mio. € auf 522 Mio. € zurückgegangen. Dies hing mit erhöhten sonstigen Erträgen des Vorjahres aus der Entkonsolidierung des Bayerngas Norge Teilkonzern und der Rückerstattung der Brennelementesteuer im Vorjahr von ca. 650 Mio. € zusammen.
Die Mainova konnte 2018 sowohl Umsatz (2,4 %) als auch das Ergebnis (EBIT + 16 %) leicht steigern.
Die vier großen Energieversorger im ersten Quartal 2019
Für E.ON und RWE war das Jahr 2018 durch die Neuordnung ihrer Geschäftsfelder geprägt. Das erste Quartal 2019 war dadurch natürlich noch maßgeblich geprägt. Während RWE die Aktivitäten erneuerbarer Energien von E.ON übernommen hat, konzentriert sich E.ON mit der Übernahme der Netz- und Vertriebsaktivitäten von RWE stärker auf den Netzbereich.
E.ON konnte den Umsatz im ersten Quartal 2019 um 5 % auf 9,1 Mrd. € steigern, das Ergebnis (EBIT) war im bereinigten Kerngeschäft allerdings um 14 % rückläufig. Wie bereits berichtet umfasst der Bereich Energienetze durch die Neuordnung knapp 30 % des Umsatzes und über 60 % des EBIT.
Bei RWE konnte der Außenumsatz um 5 % auf 3,87 Mrd. € gesteigert werden. Auch der bereinigte EBIT stieg um 65,2 % auf 570 Mio. €. Beim Umsatz verringerte sich der Umsatz aus Braunkohle & Kernenergie um mehr als ein Drittel (-34,9 %) % auf 69 Mio. €. Dieser Trend wird sich zukünftig noch durch den beschleunigten Ausstieg aus der Kohleverstromung verstärken.
Vattenfall konnte auch im ersten Quartal 2019 wieder kräftig zulegen. Der Umsatz stieg um 13 %, der EBIT um 17 %.  Die Umsatz- und Ergebnisverbesserungen werden auf die um 22 % höheren Spotpreise in den skandinavischen Ländern zurückgeführt.
EnBW erwirtschaftete im ersten Quartal einen um 12,4 % höheren Umsatz bei etwas niedrigerem Ergebnis. Der Umsatzzuwachs resultiert vornehmlich aus dem höheren Handelsgeschäft. Der Anteil der Netze am EBITDA ist weiter von 52,4 % auf 57,9 % angestiegen.
Bei zwei der großen deutschen Energieversorger ist der Netzbetrieb inzwischen die wichtigste Ertragssäule geworden, die knapp zwei Drittel des Ergebnisses erwirtschaftet.
Das Center für kommunale Energiewirtschaft am INeKO, einem Institut an der Universität zu Köln, hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse aus 2017/18 von insgesamt 556 Energieversorgungsunternehmen und 194 Netzgesellschaften zwei aktualisierte Studien veröffentlicht. Dabei wurden neben den Abschlüssen der Unternehmen auch die Sparten Strom und Gas einer Analyse unterzogen. Die Analyse umfasst die wichtigsten 40 Kennzahlen und Daten zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit. Dabei werden innerhalb der Unternehmensgrößen Durchschnittszahlen ermittelt und die Kennzahlen der Unternehmen übergreifend verglichen.
Anmerkung:
Folgende Abschlüsse der Energieversorger sind aktuell zugänglich:
Die Großen 4 – Bericht 2018
8 KU – Jahresabschlussbericht 2017 (z.T. 2018)
Rest – Jahresabschlussbericht 2017

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