Sein oder Schein, was lebt die Führungskraft?

Sindelfingen, 14.05.2019 (PresseBox) – Welche Erwartungen haben Mitarbeiter an ihre Führungskräfte? Sehen sie sie als Vorbild? Oder machen die Mitarbeiter lieber nur Dienst nach Vorschrift?
Wenn uns die Statistik sagt, dass nur 15 % der Mitarbeiter in Deutschland mit Freude arbeiten, aber 80 % der Führungskräfte glauben, ein guter Chef, eine gute Chefin zu sein, dann kann etwas nicht mehr stimmen. Eigentlich sagt das Wort „Führungskraft“ schon etwas darüber aus, dass in diesen Menschen eine besondere Kraft vorhanden sein sollte. Welche ist es? Die Kraft des Seins oder eher die Kraft des Scheins? Deshalb ist es auch ein großer Unterschied, ob jemand Manager/in ist oder Führungskraft. Ein Manager ist jemand, der lediglich vom Teen-ager, auf Grund seines Alters, zum Man-ager herangewachsen, wir können auch sagen, ein bisschen reifer geworden ist. Eine Führungskraft dagegen ist eine Kraft, die führt (und nicht ausführt.) Viele vermeintliche Führungskräfte sind leider häufig mehr Ausführungskräfte als Führungskräfte, also eher besser bezahlte Konkurrenten zu ihren Mitarbeitern.
Können diese Führungskräfte es ertragen, dass ihre Mitarbeiter besser sind als sie selbst? Oder müssen sie immer Recht haben, permanent etwas korrigieren oder etwas auszusetzen haben, an den Arbeiten der Mitarbeiter. Nur um den Schein zu wahren, Führungskraft zu sein. Sie wissen offensichtlich nicht, dass sich eine gute Führungskraft dadurch auszeichnet, dass sie Mitarbeiter/innen hat, die besser sind als sie.
Die Frage, die wir uns in diesem Zusammenhang stellen dürfen ist doch, wo lernen wir Führen? Zuhause? An der Universität? Wenn wir Glück haben, dann haben wir eine Führungskraft, die den Mitarbeitern ein gutes Vorbild ist.
Kann sie zuhören (ohne zu urteilen) und andere Meinungen aushalten? Können die Mitarbeiter aktive, ehrliche und offene Gespräche mit ihren Führungskräften führen? Gespräche meint Gespräche und nicht Kommunikation mit elektronischen Medien!
Nimmt die Führungskraft ihre Mitarbeiter wahr? Jeder Mensch braucht Anerkennung, hat das Bedürfnis wertgeschätzt zu werden. Günther Baudenbacher vom Günther Baudenbacher Persönlichkeitstraining sagt, dass es heute ein größeres Problem geworden sei, den Führungskräften beizubringen, wie wichtig es sei, die Mitarbeiter aufrichtig und konkret zu loben. Der Mensch tut nur das, wovon er glaubt, dass es ihm nutzt! Sagt Baudenbacher. Wenn Mitarbeiter ihren Chefs etwas ausgearbeitet haben und der Chef/die Chefin sagt lediglich: “Legen Sie es mir hin, ich schaue es mir dann mal an.“ Erkennen Mitarbeiter dann einen Nutzen ihrer Arbeit und haben Freude? Glauben diese Führungskräfte wirklich, dass Mitarbeiter gerne für sie arbeiten?
Nun gibt es sogar Führungskräfte, die sagen daraufhin: „Dafür werden die Mitarbeiter/innen doch bezahlt.“ Dann stellt sich die Frage, wird die Leistung des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin ausschließlich mit dem Einkommen honoriert?
Wie gut kann eine Führungskraft Verantwortung abgeben? Hat sie Vertrauen in sich und damit auch in die Mitarbeiter/innen? Interessiert sich die Führungskraft für die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Mitarbeiter/innen und befördert sie entsprechend?  Sucht die Führungskraft das Positive in den Mitarbeitern/innen oder sucht sie lieber Fehler?
Was hat das Alles mit Sein oder Schein zu tun?
Baudenbacher sagt dazu: Jeder Mensch hat ein Scheinbild, wer er gerne sein möchte. Das hat allerdings mit dem realen Bild dieses Menschen meist wenig gemeinsam. Das wiederum ist abhängig von dem jeweiligen Selbstwertgefühl des/der einzelnen; umso schlechter das Selbstwertgefühl, umso größer ist die eigene Fehleinschätzung, umso fantastischer ist das Scheinbild. Diese Menschen machen auch keine Fehler und sie müssen immer Recht haben. Das Wesentliche daran ist, dass der/diejenige es selbst gar nicht erkennen kann/will. Die oben erwähnte Fehleinschätzung, dass 80 % der Führungskräfte glauben gut zu sein, spricht damit eine deutliche Sprache.
Eine solche Fehleinschätzung führt allerdings nicht dazu, dass diese Führungskräfte an sich selbst arbeiten wollen. Im Gegenteil, sie suchen vorrangig das Fehlverhalten bei den Mitarbeitern/innen, um „Schein“-bar besser dazustehen.
Der Weg zum inneren Selbst ist etwas langwierig, manchmal auch ein bisschen anstrengend und erfordert Mut. Deshalb fangen die Meisten gar nicht erst an, schon gar nicht jemand mit schlechtem Selbstwertgefühl, denn beim ihm ist ja alles in Ordnung.
Wenn etwas Neues oder Anderes gelernt wird, braucht es viel Übung, um das Alte/Bisherige zu verlernen, um Platz für das Neue, Andere zu schaffen. Das Schwierigste ist, wir mögen es kaum glauben, den Menschen Freude und/oder positive Veränderung anzubieten. Das wird als erstes sofort wieder verdrängt. Warum?
Worüber holt sich dann der Mensch seine Anerkennung? So komisch es klingen mag, über Fehler, Aggression oder über Krankheit. Damit bekommen die Mitarbeiter/innen weitaus mehr Beachtung und damit Anerkennung.
Die wirklich guten Führungskräfte haben das erkannt und sind bereit, an sich und ihrem inneren Selbst zu arbeiten. Sie sind ein gutes Vorbild für ihre Mitarbeiter, die dann ebenfalls ein Bedürfnis verspüren, an sich und ihrem inneren Selbst zu arbeiten. Deshalb hat Günther Baudenbacher bereits 1987ein 4 Wochen Intervalltraining für Führungskräfte entwickelt, in 3 Stufen (Top-Führen 1, Top-Führen 2 und Top-Führen 3) und für die Mitarbeiter/innen, ohne Führungsverantwortung, die MACH4-Erlebnispfade (4 Tage auf 4 Monate verteilt, nur firmenintern) Die Ergebnisse daraus sind verblüffend positiv, da die so wichtige Wertschätzung auf einmal in beiden Richtungen praktiziert wird. Das hat schon bei den Unternehmen, die die es gemacht haben, die Unternehmenskultur sehr positiv verändert. Kein Wunder, sie profitieren in diesen Trainings von über 30 Jahren Erfahrung im Umgang mit Menschen. (http://www.baudenbacher.de)

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