Autonomes Fahren – der LKW der nahen Zukunft

Dortmund, 11.04.2019 (PresseBox) – Sie sehen aktuell noch futuristisch aus, dabei soll es nicht mehr lange dauern, bis sie wirklich auf den Straßen unterwegs sind: Selbstfahrende LKW. Ganz ohne Fahrer werden sie aber vorerst nicht auskommen, denn es gibt bisher nur Lösungen, die den selbstfahrenden Betrieb auf der Autobahn gewährleisten. Allerdings muss die Ware in den LKW, dann zur Autobahn und am Ende wieder zum Kunden. Deshalb wird weiterhin ein Fahrer am Steuer sitzen, der diese kurzen Strecken über Stadt und Landstraße übernimmt. Das nennt man dann selbstfahrender LKW Level 4. Ein Level weiter wäre der LKW ganz ohne Fahrer. Teils werden von den Herstellern schon Lastwagen-Modelle ohne Fahrerkabine präsentiert. Das verdeutlicht sehr gut die Zukunft des Kraftverkehrs – die Fahrer sollen weg. An selbstfahrenden LKW wird sogar angestrengter geforscht als an selbstfahrenden Autos. Der Grund ist klar: Fuhrunternehmen können jede Menge Personalkosten einsparen, wenn sie die Fahrer nicht mehr brauchen. Realistisch ist das aber bisher nicht. Der BGL-Hauptgeschäftsführer sagte in einem Interview der LOGISTIK HEUTE, dass auch für 2019 noch kein einziger Hersteller in Sicht sei, der einen automatisch bremsenden Abbiegeassistenten anbieten könne und ohne dieses System sei die Logistikbranche noch Lichtjahre vom autonomen Fahren entfernt.
Der LKW ohne Fahrer ist noch Sciences Fiction
Bisher ist das Level 5, also LKW komplett ohne Fahrer, noch weit entfernt von der Realität. Experten rechnet damit, dass so ein Laster frühestens in 12 Jahren auf deutschen Straßen fahren wird. Auch wenn es technisch schon fehlerfrei und problemlos machbar wäre, was nicht der Fall ist, dann gibt es noch den rechtlichen Knackpunkt. Wer haftet, wenn ein LKW ohne Fahrer einen Unfall baut? Solange diese Haftungsfrage nicht geklärt ist, wird es auch keine LKW ohne Fahrer auf der Straße geben. Es wird deshalb angestrengt nach anderen umweltfreundlicheren und effektiveren LKW-Lösungen geforscht. Auf der A9 sind seit Juni 2018 LKW-Züge unterwegs, diese Aneinanderreihung von LKW nennt man Platooning. Dabei gibt der erste LKW in der Reihe das Tempo vor und lenkt, die anderen LKW im Konvoi folgen diesen Vorgaben. Dafür sind sie über eine elektronische Deichsel per WLAN verbunden.
Platooning als die realistischste Lösung
An diesem Platoon-Projekt auf der A9 zwischen Nürnberg und München beteiligen sich MAN, das DB-Tochterunternehmen Schenker und die Hochschule Fresenius. 15.000 Kilometer sind die beiden Test-LKW bisher gefahren. Bei einem Vortrag im November hat Torsten Klein (MAN Truck & Bus) berichtet, dass es von den Fahrern überwiegend positive Rückmeldungen gebe. Es würden im Moment noch viele Daten gesammelt, auch die rechtliche Lage müsse noch europa- und weltweit aneinander angepasst werden. Bis das Platooning wirklich in Serie gehen kann, muss noch einiges passieren. Auf dem Deutschen Logistik-Kongress im Oktober in Berlin sprach Alexander Doll (Vorstand Güterverkehr und Logistik DB) davon, dass Platooning 2025 soweit ausgereift sei, um in Serie zu gehen. Aktuell sei der Mehraufwand durch die verbaute Technik allerdings noch sehr hoch. Außerdem müssten sich die Hersteller der LKW in Zukunft intensiver abstimmen, denn viele Firmen hätten einen gemischten Fuhrpark. Es müsse auch möglich sein unterschiedliche LKW aneinanderzukoppeln.
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