Meyer Burger – Strategische Partnerschaft mit Oxford PV; Jahresergebnis 2018; Anpassung Geschäftsleitung

Gwatt (Thun), 21.03.2019 (PresseBox) –

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  • Meyer Burger sichert wichtige strategische Partnerschaft mit führendem Entwickler von hoch-effizienten Perowskit-Solarzellen der nächsten Generation und verkauft 200 MW Heterojunction Produktionslinie
  • Operative Profitabilität erreicht trotz schwierigem Marktumfeld 
    • Nettoumsatz 2018 von CHF 407.0 Mio.
    • EBITDA CHF 26.1 Mio.; EBIT CHF 1.8 Mio.
    • Konzernergebnis CHF -59.4 Mio. insbesondere aufgrund von Wertberichtigungen im Umfang von CHF 49.0 Mio. auf latenten Ertragssteuerguthaben
  • Transformationsprogramm mit erneuter Reduktion der Fixkosten auf Kurs
  • Anpassung der Geschäftsleitung auf vier Mitglieder; COO Daniel Lippuner scheidet aus Geschäftsleitung aus

Meyer Burger Technology AG (SIX Swiss Exchange: MBTN) und Oxford Photovoltaics Limited (Oxford PV) sind eine strategische Partnerschaft eingegangen und haben einen exklusiven Kooperationsvertrag unterzeichnet, um gemeinsam die Technologie für Massenfertigung von Perowskit auf Silizium Heterojunction (HJT) Tandemzellen voranzutreiben.

Oxford PV wurde 2010 als Spin-out der University of Oxford in England gegründet und hat Perowskit-Tandemsolarzellen auf Basiszellen aus kristallinem Silizium entwickelt, die 2018 einen zertifizierten Weltrekord-Wirkungsgrad von 28% erreichten. Die Tandemsolarzellen absorbieren einen grösseren Anteil des blauen Spektralbereichs des Sonnenlichts, was zu einem deutlich höheren theoretischen Wirkungsgradlimit von 43% im Vergleich zu 29% für traditionelle Standard-Silizium-basierte Solarzellen führt. Perowskit-Tandemsolarzellen gelten in der Solarindustrie als Solarzellentechnologie der nächsten Generation, welche die Kosten von Solarenergie (LCOE – Levelized Cost of Energy) weiter deutlich sinken lassen werden. In Fachkreisen ist Oxford PV als die weltweit führende Firma im Bereich Perowskit-Tandemsolarzellen bekannt. Das Technologie- und Material-Knowhow von Oxford PV ist durch ein Patentportfolio mit über 200 Patenten geschützt.

 

Um die Industrialisierung dieser vielversprechenden Technologie voranzutreiben, haben Meyer Burger und Oxford PV vereinbart, Meyer Burgers führende Heterojunction (HJT) und SmartWire Connection (SWCT™) Technologien mit der konkurrenzlosen Perowskit-Solarzelltechnologie von Oxford PV zu kombinieren. Meyer Burger verkauft an Oxford PV eine 200 MW Heterojunction-Produktionslinie für die Pilot-Produktion von Tandemzellen, die gegen Ende 2020 in Oxford PVs Standort in Brandenburg an der Havel hochgefahren sein wird. Der Wirkungsgrad der mit dieser 200 MW Pilot-Produktionslinie erzeugten Tandemsolarzellen soll zu Beginn bei 27% liegen. Die von Meyer Burger entwickelte HJT-Zelle ist aufgrund ihrer Eigenschaften die perfekte Basis-Zelle für Oxford PVs Top-Solarzelle aus Perowskit und die SmartWire Connection Technologie (SWCT™) von Meyer Burger ist die ideale Technologie, um die neuen Perowskit-Heterojunction-Tandemzellen in zuverlässige und hocheffiziente Solarmodule zu verschalten. Meyer Burger wird in diesem Zusammenhang auch Equipment entwickeln und liefern, das es erlaubt, die Perowskit-Beschichtung auf HJT-Basiszellen mit für die Massenproduktion tauglichen Verfahren abzuscheiden. Das gemeinsame Programm beschleunigt die „Time-to-Market“ und verstärkt die Position von Oxford PV und Meyer Burger als Technologieführer in Perowskit und HJT Technologien in der globalen Solarindustrie.

 

Zur Untermauerung der strategischen Partnerschaft wird sich Meyer Burger an Oxford PV mit bis zu 18.8% des Kapitals von Oxford PV beteiligen durch die Ausgabe von bis zu 62.29 Millionen neuen Meyer Burger Namenaktien aus dem bestehenden genehmigten Kapital der Gesellschaft (entspricht bis zu 9.99% des derzeit kotierten Aktienkapitals von Meyer Burger). Dadurch wird Meyer Burger zum grössten Aktionär von Oxford PV. Des Weiteren verfügt Meyer Burger über eine Option, die Beteiligung an der Oxford PV im Rahmen der strategischen Partnerschaft zur gleichen Bewertung auf 31.6% des Kapitals und 24.0% der Stimmrechte an Oxford PV zu erhöhen. Als strategischer Investor erhält Meyer Burger auch spezielle Corporate Governance Rechte und Hans Brändle, CEO von Meyer Burger, wird dem Verwaltungsrat von Oxford PV beitreten.

 

Meyer Burger beabsichtigt, die neu auszugebenden Namenaktien aus dem bestehenden genehmigten Kapital zu schaffen (kein Lock-up). Der Vollzug der Transaktion wird gegen Ende April 2019 erwartet.

 

Jahresergebnisse 2018

Für die PV-Hersteller war 2018 ein herausforderndes Jahr. Es begann mit der Ankündigung des US-Präsidenten im Januar 2018, dass erhöhte Importzölle auf PV-Module und Zellen eingeführt werden; und war danach geprägt von einer sich verschärfenden Handelskrise zwischen den USA und China, worunter unzählige Firmen und Industrien weltweit litten. Zudem kündigte die chinesische Regierung am 31. Mai 2018 eine substanzielle Reduktion der Subventionen im Photovoltaik-Bereich an. Trotz des langfristig positiven Ausblicks für die Solarindustrie haben diese Faktoren zu Unsicherheiten geführt und zu einer deutlichen Zurückhaltung der Kunden, neue Investitionen für PV-Equipment zu tätigen. Der Markt zeigte gegen Ende des Jahres 2018 wieder erste Anzeichen einer Erholung.

 

Nach dem sehr erfolgreichen und starken Auftragseingang für Meyer Burgers PERC Technologie im Jahr 2017 musste die Gesellschaft im Berichtsjahr feststellen, dass chinesische Kunden tendenziell und sofern möglich, den Schwerpunkt ihrer Einkäufe von PV-Equipment eher auf lokale Anbieter legen. Trotz Meyer Burgers führender Position in Bezug auf „Cost of Ownership“ haben die Diskussionen mit Kunden betreffend „Investitionsausgaben (CAPEX) pro GW“ zugenommen und dies führt zu einem Preisdruck für Hersteller-Equipment. Gleichzeitig sind die Forderungen nach höheren Durchsatzleistungen gestiegen.

 

Vor dem Hintergrund dieses politischen Umfelds und des Margendrucks bei Standard-PV-Lösungen verzeichnete Meyer Burger im Berichtsjahr 2018 einen Auftragseingang von CHF 326.8 Mio. (2017: CHF 560.7 Mio.). Grössere Aufträge im Jahr 2018 beliefen sich auf CHF 122 Mio. (inklusive einem Heterojunction / SWCT™ Grossauftrag von CHF 74 Mio. im Dezember 2018) verglichen mit CHF 243 Mio. im Vorjahr (bei denen ebenfalls ein Heterojunction-Auftrag im Betrag von CHF 45 Mio. im Oktober 2017 enthalten war). Der Auftragsbestand per 31. Dezember 2018 lag bei CHF 240.5 Mio. (31.12.2017: CHF 343.8 Mio.).

 

Der Nettoumsatz belief sich auf CHF 407.0 Mio. (2017: CHF 473.3 Mio.). Im Vergleich zum Vorjahr muss dabei ein Umsatzrückgang von CHF 10.2 Mio. durch den Verkauf der Geschäftseinheit Solarsysteme an die 3S Solar Plus AG im Juni 2018 berücksichtigt werden. Gleichzeitig gab es positive Fremdwährungseffekte (vor allem in Euro) von CHF 15.2 Mio. Auf einer vergleichbaren Basis ging der Umsatz der weitergeführten Geschäftsaktivitäten im Berichtsjahr 2018 um CHF 71.3 Mio. bzw. 15% zurück.

 

Die Betriebsleistung nach Materialaufwand und Vorleistungen belief sich auf CHF 200.8 Mio. (2017: CHF 194.8 Mio.), mit einer Marge von 49.3% (2017: 41.2%).

 

Die Personalkosten reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um CHF 9.8 Mio. bzw. 7% auf CHF 125.9 Mio. (2017: CHF 135.7 Mio.). Dies zeigt, dass Meyer Burger die Organisation flexibler ausrichten und die Fixkostenbasis erneut deutlich reduzieren konnte. Der sonstige Betriebsaufwand belief sich auf CHF 48.8 Mio. und beinhaltet einmalige Kosten von CHF 4.3 Mio. im Zusammenhang mit der Devestition der Geschäftseinheit Solarsysteme (2017: CHF 46.7 Mio.). Ohne diese einmaligen Kosten wäre der sonstige Betriebsaufwand um rund 5% tiefer ausgefallen als im Vorjahr.

 

Das EBITDA lag im Berichtsjahr 2018 bei CHF 26.1 Mio. (2017: CHF 12.4 Mio.), mit einer EBITDA Marge von 6.4% (2017: Marge von 2.6%). Die Abschreibungen und Amortisationen beliefen sich auf CHF 24.3 Mio. (2017: CHF 31.7 Mio.) und gingen im Vergleich zum Vorjahr wie erwartet zurück. Das Ergebnis auf Stufe EBIT lag bei CHF 1.8 Mio. (2017: CHF -19.3 Mio.).

 

Das Finanzergebnis netto betrug CHF -9.8 Mio. (2017: CHF -10.3 Mio.). Das ausserordentliche Ergebnis belief sich auf CHF +0.7 Mio. Dies steht mehrheitlich im Zusammenhang mit Folgekosten und Effekten aus den Schätzungsänderungen im Zusammenhang mit der im Jahr 2017 kommunizierten Einstellung der Produktionsaktivitäten am Standort Thun (2017: CHF -48.8 Mio., vor allem im Zusammenhang mit der Devestition von DMT und dem damit verbundenen Goodwill Recycling sowie Kosten betreffend die Reorganisation und Einstellung der Produktionsaktivitäten in Thun).

 

Für das Berichtsjahr 2018 fiel ein Steueraufwand von CHF 52.1 Mio. an (2017: Steueraufwand von CHF 0.9 Mio.). Im Steueraufwand 2018 sind Wertberichtigungen auf latenten Ertragssteuerguthaben im Betrag von CHF 49.0 Mio. enthalten. Der Steueraufwand in Bezug auf laufende Ertragssteuern lag im Jahr 2018 bei CHF -4.4 Mio. und für latente Ertragssteuern bei CHF +1.3 Mio.

 

Aufgrund der negativen Einflüsse aus den Wertberichtigungen auf latenten Ertragssteuerguthaben (CHF 49.0 Mio.) hat sich der Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verringert und lag bei CHF -59.4 Mio. (2017: CHF -79.3 Mio.).

 

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, insbesondere als Folge der tieferen Kundenanzahlungen aufgrund des reduzierten Auftragseingangs und der Wertberichtigungen auf den latenten Ertragssteuerguthaben. Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2018 lag bei CHF 349.2 Mio. (31.12.2017: CHF 470.0 Mio.). Flüssige Mittel beliefen sich auf CHF 89.8 Mio., Warenvorräte auf CHF 78.6 Mio., Sachanlagen auf CHF 82.3 Mio., immaterielle Anlagen auf CHF 11.9 Mio. und latente Ertragssteuerguthaben auf CHF 27.7 Mio.

 

Das Fremdkapital von insgesamt CHF 167.4 Mio. umfasst insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von CHF 17.3 Mio., Kundenanzahlungen von CHF 34.4 Mio., Rückstellungen von CHF 14.1 Mio. und Finanzverbindlichkeiten von CHF 55.6 Mio. Die Finanzverbindlichkeiten umfassen einen hypothekarisch gesicherten Kredit im Betrag von CHF 30.0 Mio. (auf dem Gebäude in Thun), eine Bewertung von CHF 25.3 Mio. für die noch ausstehenden Anteile der Wandelanleihe, die noch nicht gewandelt wurden, und CHF 0.3 Mio. an weiteren Krediten.

 

Das Eigenkapital betrug CHF 181.7 Mio. (31.12.2017: CHF 243.0 Mio.). Die Eigenkapitalquote zum Jahresende 2018 lag bei 52.0% (31.12.2017: 51.7%).          

 

Anpassung Geschäftsleitung

Im Rahmen der Unternehmensstrategie mit Fokus auf Zell-/Modultechnologien wird die Geschäftsleitung von fünf auf vier Mitglieder verkleinert. Daniel Lippuner, COO, verlässt die Geschäftsleitung per Ende Juni 2019. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung danken Daniel Lippuner für seine Leistungen und das grosse Engagement für Meyer Burger und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

 

Ausblick 2019

Aufgrund der politischen Unsicherheiten, wie beispielsweise Importzölle, Energiepolitik und neuer Subventionspolitik in China, die noch nicht veröffentlicht wurde, ist es schwierig, das Jahr 2019 zu prognostizieren. Der Vollzug des bereits unterzeichneten Verkaufs des Wafer Geschäfts wird in den nächsten Wochen erwartet und führt zu einem Mittelzufluss von rund CHF 50 Mio.

 

Meyer Burger ist überzeugt vom Geschäft ihrer Heterojunction und SmartWire Connection Technologien, was durch den Auftrag des Top-Tier PV-Unternehmens REC Group, die Partnerschaft mit Oxford PV und die in den letzten Monaten substanziell gestiegene Sales Pipeline für HJT weiter bestärkt wurde. Meyer Burger nimmt ebenfalls verstärktes Marktinteresse für TOPCon als nächste Upgrade-Technologie nach PERC wahr. Seit dem Jahresende 2018 stellt Meyer Burger verstärktes Kundeninteresse für ihre CAiA® Lösung für TOPCon fest. Aufgrund der erwarteten neuen Energiepolitik in China und der Nachfrage ausserhalb von China erwartet die Geschäftsleitung im laufenden Jahr 2019 den Durchbruch für diese neuen Technologien, die zu attraktiven Bruttomargen die PERC Technologie ablösen werden. Als Marktführer in hocheffizienten Zell- und Modultechnologien kann Meyer Burger am meisten vom entsprechenden Ausbau dieser Spitzentechnologien profitieren. Die heute angekündigte Partnerschaft mit Oxford PV verstärkt Meyer Burgers Strategie, die PV-Technologie-Roadmap weiter voranzutreiben.  

 

Diese Medienmitteilung kann auf die Zukunft bezogene Aussagen, wie zum Beispiel Erwartungen, Pläne, Absichten oder Strategien betreffend der Zukunft enthalten. Solche Aussagen sind mit Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der Leser muss sich daher bewusst sein, dass solche Aussagen von den zukünftigen tatsächlichen Ereignissen abweichen können. Sämtliche auf die Zukunft gerichtete Aussagen in dieser Medienmitteilung beruhen auf Daten, die Meyer Burger Technology AG zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Medienmitteilung vorlagen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, zukunftsorientierte Aussagen in dieser Medienmitteilung zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder Ähnlichem zu aktualisieren.

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